Liebe Leserinnen und Leser,
IT verändert sich nicht nur durch neue Technologien. Auch politische Entscheidungen, gesetzliche Vorgaben und Herstellerstrategien bestimmen zunehmend, wie sicher und unabhängig Unternehmen arbeiten können. Für Sie bedeutet das: Technische Entscheidungen müssen heute immer häufiger auch rechtliche, wirtschaftliche und strategische Aspekte berücksichtigen.
In dieser Ausgabe beleuchten wir Entwicklungen, die genau das verdeutlichen. Ob transatlantischer Datentransfer, neue Transparenzpflichten durch den EU AI Act oder Fragen rund um Hochverfügbarkeit und Datenhoheit – sie alle zeigen, dass IT längst mehr ist als Infrastruktur.
Die zentrale Frage lautet daher: Wie bleibt ein Unternehmen langfristig handlungsfähig, wenn sich die Rahmenbedingungen ständig verändern?
Ergänzt wird die Ausgabe durch einen Blick in die Praxis: Am Beispiel der Holzwerk Kübler GmbH zeigen wir, wie sich Hochverfügbarkeit, Datenhoheit und langfristige Planung erfolgreich verbinden lassen. Außerdem stellen wir Ihnen unsere neue Partnerschaft mit BlueSpice vor und geben weitere Impulse für eine zukunftsfähige IT.
Viel Spaß beim Lesen!
Die KMU-Firmenbrief-Redaktion
Newsroom
Microsoft stellt Offline Online Server ein
Zum Jahreswechsel endet der Support für Microsofts Office Online Server. Für viele Unternehmen ist das mehr als das Auslaufen eines Produkts: Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Hersteller die Wahlfreiheit ihrer Kunden zunehmend einschränken und den Wechsel in die Cloud systematisch vorantreiben.
Welche Auswirkungen das auf bestehende IT-Strategien hat und welche praxistauglichen Alternativen es gibt, erfahren Sie in unserem aktuellen Beitrag.
Newsroom
Wackelt das EU-US Data Privacy Framework?
Ein aktuelles US-Urteil stellt die rechtliche Basis des transatlantischen Datentransfers infrage. Der US Supreme Court hat der FTC ihre verfassungsrechtliche Unabhängigkeit entzogen, und genau auf dieser Unabhängigkeit beruht ein Großteil des Datenschutzabkommens zwischen der EU und den USA.
Was das für Unternehmen bedeutet, die Daten in die USA übertragen, und warum die Datenschutzorganisation Noyb schon den nächsten Rechtsstreit vorbereitet, erfahren Sie in unserem aktuellen Beitrag.
Newsroom
Der Server-Standort Deutschland reicht nicht
Der US CLOUD Act und FISA Section 702 verpflichten amerikanische Unternehmen zur Herausgabe von Daten, unabhängig davon, wo diese gespeichert sind, und ein europäisches ‚Sovereign Cloud‘-Label ändert daran nichts.
Wie Airbus, die Schweizer Armee , Dänemark und viele weitere bereits darauf reagiert haben, und was das für Ihre eigene Cloud-Strategie bedeutet, lesen Sie in unserem Beitrag.
Fallstudie
Der Holzhändler von nebenan mit einer Vision von Unabhängigkeit und Selbstbestimmung
20.000 Quadratmeter Lagerfläche, der Geruch von frischem Holz, ein Mitarbeiter mit Tablet in der Hand statt Klemmbrett. So sieht bei der Holzwerk Kübler GmbH in Amtzell der Alltag aus, seit das Unternehmen sein Lager vor einigen Jahren komplett digitalisiert hat.
Dahinter steckt eine hochverfügbare IT-Infrastruktur: redundant an zwei Standorten betrieben, mit den Daten im eigenen Unternehmen statt in einer fremden Cloud. Eine Lösung, die man eher von einem Konzern erwarten würde als von einem über 200 Jahre alten Familienbetrieb aus dem Allgäu.
Geschäftsführer Jochen Kübler suchte keinen IT-Dienstleister, der die gewachsene Linux-Landschaft ersetzt. Gesucht war ein Partner, der sie versteht und gemeinsam mit ihm weiterentwickelt. Wie aus der Vision eines Familienunternehmens eine hochverfügbare IT mit Datenhoheit, Ausfallsicherheit und langfristiger Unabhängigkeit wurde, zeigt unsere Fallstudie.
Wussten Sie schon
Ab 2. August 2026 gilt die KI-Kennzeichnungspflicht
Der EU AI Act bringt neue Transparenzpflichten für Unternehmen. Ab dem 2. August 2026 müssen KI-generierte Inhalte klar gekennzeichnet werden. Betroffen sind vor allem Unternehmen, die generative KI für Texte, Bilder, Audio oder Video einsetzen.
Was das konkret bedeutet:
- Realistisch wirkende KI-Inhalte müssen deutlich als „KI-generiert“ markiert werden.
- Kommunizieren Kunden mit einem Chatbot, müssen sie darüber vorab aufgeklärt werden.
- Die Kennzeichnung muss für Menschen verständlich und für Software maschinenlesbar sein.
Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des Jahresumsatzes. Für alle, die mehr darüber erfahren möchten, empfehlen wir den Ratgeber der IHK. Wer den Gesetzestext im Original nachlesen möchte, findet diesen hier.
In eigener Sache
Mehr Möglichkeiten für unsere Kunden: Wissensmanagement mit BlueSpice
„Wo finde ich die aktuelle Anleitung?“ Oder: „Frag am besten Frau Schmidt, die weiß das.“ Wenn wichtiges Wissen nur in den Köpfen einzelner Mitarbeitender steckt oder auf verschiedene Systeme verteilt ist, kostet das im Arbeitsalltag kostbare Zeit und Nerven. Mit BlueSpice erweitern wir unser Portfolio um eine leistungsstarke Open-Source-Lösung aus Deutschland, die Wissen zentral verfügbar macht und langfristig sichert.
Wissenswertes zu unterschiedlichen Themen
Unsere Artikel-Tipps
Hochverfügbarkeit für den Mittelstand – machbarer als gedacht
Eine Stunde Serverausfall kostet oft mehr, als Sie in echte Ausfallsicherheit investieren müssten. Trotzdem hängt in vielen Unternehmen ERP, Telefonanlage und Dateiablage an einem einzigen Server. Wir zeigen, wie sich das mit deutlich weniger Aufwand lösen lässt, als die meisten glauben.
Open Source ist nicht automatisch digitale Souveränität
Linux statt Windows, Nextcloud statt Microsoft 365, schon gilt ein Unternehmen als digital souverän. Diese Gleichsetzung greift aber zu kurz. Warum Open Source nur der erste Schritt ist und was tatsächlich über Ihre digitale Handlungsfähigkeit entscheidet.