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35 Jahre Linux: Vom Hobbyprojekt zum Fundament der heutigen IT

„Ich bastle ein freies Betriebssystem (nur als Hobby, wird nicht groß und professionell wie GNU).“

Mit diesen Worten kündigte der 21-jährige Linus Torvalds am 25. August 1991 in einer Newsgroup sein Projekt an. Was danach passierte, dürfte selbst für ihn schwer vorhersehbar gewesen sein: Aus einem persönlichen Experiment wurde eines der einflussreichsten Softwareprojekte der Geschichte.

Am 17. September 1991 stellte Torvalds die erste Linux-Version zum Download bereit. Linux 0.01 umfasste gerade einmal rund 10.000 Zeilen Code. Fast wäre das Projekt übrigens auch anders genannt worden: Torvalds hatte zunächst den Namen „Freax“ im Kopf – eine Mischung aus „Free“, „Freak“ und „Unix“. Durch das Verzeichnis auf dem FTP-Server setzte sich schließlich „Linux“ durch.

Entscheidend für den weiteren Weg war aber nicht nur der Code, sondern das Prinzip dahinter: Linux wurde unter der GNU General Public License veröffentlicht und konnte damit von einer weltweiten Community weiterentwickelt, angepasst und verbreitet werden. Aus dem Projekt eines einzelnen Studenten wurde so Schritt für Schritt ein gemeinschaftlich entwickeltes Stück Software.

Linux hat die heutige IT-Landschaft vermutlich stärker geprägt, als es auf den ersten Blick scheint: Es läuft heute auf Servern, in Cloud-Infrastrukturen und Containern, in Netzwerk- und Security-Komponenten, in Supercomputern und in zahlreichen eingebetteten Systemen. Auch Android basiert auf dem Linux-Kernel. Doch der Einfluss reicht über die Systeme hinaus, auf denen der Kernel selbst läuft.

Ein Prinzip macht Schule

Offene Entwicklung hat Schule gemacht. Software wird heute über offene Standards integriert, gemeinsam von Entwicklern weltweit vorangetrieben und mit anderen Projekten kombiniert. Die technischen Grenzen zwischen Open Source und proprietärer Software sind dadurch längst weniger eindeutig, als es zunächst wirken mag.

Auch große Softwarehersteller profitieren von diesem Ökosystem und bauen ihre eigenen Produkte darauf auf. Microsoft etwa hat seinen neuen KI-Agenten Scout auf Basis von OpenClaw entwickelt, einem quelloffenen Agenten-Framework, und erweitert es um eigene Enterprise-Funktionen. Open Source ist damit längst kein Gegenkonzept zur kommerziellen Software mehr, sondern ein wichtiger Bestandteil ihrer Entwicklung.

Der vielleicht größte Erfolg von Linux besteht deshalb nicht nur darin, dass der Linux-Kernel heute auf Milliarden Geräten läuft. Sondern darin, dass offene Softwareentwicklung zu einem festen Bestandteil der modernen IT geworden ist – auch dort, wo am Ende ein kommerzielles, proprietäres Produkt steht.

35 Jahre nach dem Start als Hobbyprojekt ist Linux deshalb alles andere als ein Relikt. Es ist größtenteils das Fundament, auf dem die heutige IT gebaut ist.

Quellen:

Computerbase: 30 Jahre Linux – Linus Torvalds kündigte das erste Linux im Usenet an

Wikipedia: Geschichte von Linux

heise: Die Geschichte von Linux

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