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Wussten Sie schon: Amazon hört auf – mit WorkMail

Amazon hört auf. Nach über zehn Jahren stellt der Cloud-Hoster und Versandhändler eines seiner ohnehin weniger bekannten Produkte ein: Amazon WorkMail.

Vor zehn Jahren hatte der Konzern die Software, allem voran deren Outlook-Unterstützung, weitestgehend vom Groupwareanbieter Zarafa übernommen. Doch damit ist jetzt Schluss, ab dem 30. April 2026 werde man keine neuen Kunden mehr annehmen, ab dem 31. März 2027 gebe es keinen Support mehr, dann würden alle mit WorkMail zusammenhängenden Dienste abgeschaltet und alle Daten gelöscht.

Nie wirklich Konkurrenz

Amazon WorkMail sollte zwar immer eine vollwertige Alternative zu Microsoft Exchange bieten, mit all den Features, die Anwender vom Branchenprimus kennen, und mit der Qualität, Stabilität und Sicherheit, die Amazon-Kunden von AWS (den Amazon Web Services) gewohnt sind. Doch der Plan ging nie auf, bei der Konkurrenz übliche Features von KI bis zu Multifaktorauthentifizierung ließen lange auf sich warten oder kamen nie. Mehr als ein Marktanteil weit unter einem Prozent war nie drin für Amazon, und auch der Konzern selbst nutzte schon lange Microsoft-Dienste.

Nun stieg Amazon zuletzt selbst auf Microsoft 365 um und aus Workmail endgültig aus – ein Schlag ins Gesicht für alle Kunden, denen man vorher digitale Souveränität und Unabhängigkeit von Redmond versprochen hatte. Doch so weit scheint es damit gar nicht her gewesen zu sein: Wenn ein Konzern selbst sein eigenes Produkt nicht mehr nutzt, sollte das Kunden zu denken geben.

Entrümpelung

Amazon entsorgt jetzt eine ganze Reihe von Legacy-Anwendungen, die vermutlich schon länger nicht mehr rentabel waren: Ab 30.4. gehen  einige Dienste in den Maintenance-Modus und sind dann „für Neukunden nicht mehr verfügbar“. Das geht deutlich über WorkMail hinaus, und umfasst auch beispielsweise Amazon RDS Custom für Oracle oder den Workspaces Thin Client. Migrationsleitfäden habe man erstellt, Kunden erhalten Zugriff auf diese, heißt es lakonisch.

Im Falle von WorkMail geht das Announcement an anderer Stelle noch weiter: Eine Ankündigung im Adminguide beschreibt das Ende des Supports zum 31.3.2027. Ab April 2027 werden Kunden dann keinen Zugriff auf ihre Daten, die Adminkonsole oder ihre WorkMail-Ressourcen mehr haben. Ein Export-Guide soll Kunden dabei helfen, bis dahin ihre E-Mails über einen API-Call herunterzuladen.

Schwierige Migration

Doch ganz so einfach gelingt das wohl nicht: Artikel auf Branchenportalen berichten von Problemen bei der Migration, egal ob zu Microsoft, Kopano, Zoho oder Google Workspace. Fehlerhafte IMAP- oder Postfacheinstellungen oder Synchronisationsprobleme machen die Datenübernahme schwierig, schreibt beispielsweise Ad-Hoc-News. Dabei ist jedoch von anderen Daten, beispielsweise Kalendern oder erweiterten Funktionen wie Stellvertretern oder Ordnerfreigaben, noch gar nicht die Rede. Und wenn Amazon als Anforderung bei der Mail-Migration schreibt, „die Fähigkeit zu programmieren“ sei notwendig, dann merkt jeder Anwender: Der Anbieter lässt ihn ziemlich alleine.

Mit Open Source und Open Standards wäre das nicht passiert

Das Beispiel Amazon WorkMail zeigt exemplarisch, was passiert, wenn Unternehmen ihre digitale Infrastruktur vollständig in die Hände eines einzigen Anbieters legen: Entscheidet der Konzern, dass sich ein Produkt nicht mehr rechnet, bleibt den Kunden oft nur wenig Zeit und ein steiniger Migrationspfad.

Mit offenen Standards und Open-Source-Software wie der in CoreBiz eingesetzten Groupware ist das grundlegend anders. Daten lassen sich jederzeit exportieren, Migrationspfade sind dokumentiert und frei zugänglich. Kein Konzern entscheidet darüber, wann eine Komponente ihr End-of-Life erreicht – und ein „ab Tag X sind Ihre Daten weg“ ist schlicht nicht möglich.

Wer seine digitale Souveränität langfristig sichern will, sollte das jetzt zum Anlass nehmen, die eigene Infrastruktur zu überdenken. Die IT Works unterstützt Sie dabei – erfahren Sie mehr über die Groupware-Lösungen in CoreBiz.

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