IT Works AG

Keine Milliarde für Microsoft: Bayern will Open-Source-Alternativen entwickeln

Unter dem Druck der Öffentlichkeit und der bayerischen Wirtschaft rudert die bayerische Staatsregierung zurück und will nun doch keine Milliarde in weitere Microsoftdienste investieren. Ausschlaggebend dafür war auch ein offener Brief den IT-Works-CEO Rudolf Strobl mit initiiert hatte.

Eine Milliarde ohne Ausschreibung?

Ende 2025 wurde bekannt, dass die bayerische Staatsregierung ohne Öffentlichkeitsbeteiligung und Ausschreibung eine Milliarde Euro in die Erweiterung eines Rahmenvertrages für Microsoft-Produkte investieren wollte. Auch weil das bis zu 70.000 hochqualifizierte Arbeitsplätzen entspricht, versammelte sich schnell ein breites Bündnis von der Gesellschaft für Informatik bis zum Bund der Steuerzahler und protestierte lautstark.

Bis zur Prunksitzung

Angesichts der anstehenden Kommunalwahlen in Bayern entwickelte sich das Thema zum ausgemachten Koalitionskrach, der es sogar bis in die Prunksitzung des Veitshöchheimer Karnevals schaffte. Doch was am Anfang noch undenkbar schien – ein Zurückrudern der bayerischen Staatsregierung – ist jetzt Realität: Auf eine Anfrage der Augsburger Allgemeinen teilte das Finanzministerium Ende Mai mit, der Plan sei vom Tisch.

Ein „Weiter so!“ geht nicht mehr

Man hat erkannt, dass ein „Weiter so!“ auch angesichts der weltpolitischen Lage keine Option mehr darstellt, und will im Digitalministerium unter Minister Mehring eine kleine Abteilung als Testballon auf Linux und Open Source umstellen. (Quellen: Augsburger Allgemeine Zeitung, pcwelt.de)

Mittlerweile musste auch die Staatsregierung in einer Antwort auf eine Anfrage der Landtagsopposition einräumen, dass Microsoft auch den bayerischen Staat immer mehr Geld kostet 60 Prozent Kostensteigerung in den letzten Jahren sprächen Bände, beklagen SPD und Grüne, und fordern: „Der Schlüssel für die bayerische IT dürfe nicht in den USA liegen.

Auch die EU wirft Microsoft raus

Bayern zieht also nach und „überdenkt seine Zusammenarbeit mit Microsoft“ ganz grundsätzlich. Damit folgt man dem allgemeinen Trend, denn auch die EU „verdrängt Google und Microsoft“ mehr und mehr aus Behörden. Ziel des „Technological Sovereignty Package“ sei es, mehr Datensouveränität und Unabhängigkeit von US-Techkonzernen zu erreichen.

Derlei sorgt nicht überall für Freude: Vor allem in den USA kritisieren Analysten in Meinungsbeiträgen, „Europa unterminiere amerikanische Technologie“, während Donald Trump erklärt, die EU mache das alles nur, weil die europäische Technologie (und damit auch Open-Source-Alternativen) so unterlegen sei. (englischsprachige Quelle: finance.yahoo.com)

Open-Source-Alternativen funktionieren und sind im Einsatz

Doch die Geschichte aus Bayern zeigt nicht nur, dass sich Engagement, etwa durch offene Briefe, lohnen kann, sondern auch, dass der allgemeine Trend so stark ist, dass selbst eine bayerische Staatsregierung unter massivem Gesichtsverlust zurückrudern muss. Bei US-Konzernen wie Microsoft einzukaufen, ist heute politisch nicht mehr einfach vermittelbar, es braucht gute Argumente für die Abhängigkeit, in die man sich begibt – egal ob Konzern, öffentliche Hand oder kleines Unternehmen.

Wichtiger aber ist die Einsicht, dass es Alternativen gibt, an denen kein Weg mehr vorbeiführt. Die bayerischen Minister Füracker und Mehring änderten ihre Meinung, als sie das lernen durften. Wo früher mantraartig „Alternativlosigkeit“ postuliert wurde, stehen heute Teststellungen. Der Trend zu freien, Open-Source-Lösungen wie Corebiz und die Produkte der IT Works ist stark, Firmen profitieren allerorts davon und berichten darüber.

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