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Hardware-Preise explodieren – Zeit für Linux und Open Source

Allen voran der KI-Boom und die dafür gebauten Rechenzentren sorgen derzeit für einen massiven Preisanstieg bei Arbeitsspeicher und SSD-Festplatten. Doch weil die Nachfrage hoch bleibt und der Nachschub stockt, scheint auch mittelfristig keine Besserung in Sicht. Vermeiden kann die Ausgaben nur, wer auf ressourcenschonende Software wie die von CoreBiz setzt und proprietäre Betriebssysteme meidet.

Das ganze Ausmaß der Problematik wird deutlich bei einem Blick auf Preisvergleichsportale wie Geizhals: Früher galten da andere Regeln, so scheint es. Weil die IT-Branche traditionell vom fortschrittsbedingten, permanenten Preisverfall gekennzeichnet war, sank der Preis eines Geräts oder Bausteins massiv, sobald Nachfolgemodelle auf den Markt kamen. Hardware-Spezialisten erklären das gerne mit dem Mooreschen Gesetz.

SSD und RAM bis zu 500 Prozent teurer

Heute hat sich der Trend ins Gegenteil verkehrt: Eine SSD-Festplatte, die vor einem Jahr für gut 100 Euro zu haben war, kostet 2026 schnell das Vier-, teils gar das Fünffache (Abbildung 1). Sogar die klassischen HDDs werden immer kostspieliger.

Auch für den Arbeitsspeicher in Servern und Desktops muss der Käufer heute fast das Doppelte hinlegen (Abbildung 2). Generell gilt: Je höherwertig ein Gerät, umso höher fällt die Preissteigerung aus. Das hat auch Auswirkungen auf Komplettsysteme, Laptops und andere Komponenten.

Neue Laptops 20 Prozent kostspieliger

Die Auswirkungen sind gravierend: Wer 2026 einen neuen Laptop kaufen muss, darf sich auf 20 Prozent teurere Hardware einstellen. Erschwerend kommt hinzu: Das Problem scheint sich auch nicht als kurzfristiges Phänomen zu erweisen.

Die Knappheit bei DRAM (Arbeitsspeicher) und bei NAND-Flash-Speicher, wie er in SSD-Festplatten benötigt wird, hat ihre Ursache vor allem bei den (so scheint es) allerorten in Planung oder Bau befindlichen KI-Rechenzentren, die Abertausende davon benötigen, bestellen, teils aber auch nur einlagern, bis der Bau beginnt. Am heftigsten ist der Effekt bei hochpreisigen KI‑GPUs. Hier leiden die Gaming-Branche und viele Ingenieursdisziplinen – die meisten Server kommen aber komplett ohne Grafikkarte aus.

Verständlicherweise priorisieren Hardwarehersteller große Aufträge, was zur Folge hat, dass „klassische Produktbereiche wie Embedded- und POS-Hardware weniger stark beliefert werden – mit entsprechenden Preisaufschlägen.“ Es wird teurer für kleine Bestellungen, egal ob privat oder für Firmen.

Großkunden wie KI-Rechenzentren werden bevorzugt beliefert

Hinzu kommen knappe Produktionskapazitäten, langwieriger Aufbau neuer Fertigungsstraßen, aber auch Rohstoffknappheit. Grafikkarten, Kühler, Mainboards: Alles ist betroffen. „Als Haupttreiber gelten deutlich gestiegene Kosten für zentrale Rohstoffe wie Kupfer, Silber und Zinn“. Fachportale sprechen von einer fatalen „Kettenreaktion im gesamten Hardware-Markt“, auch große Hersteller sind dagegen nicht gefeit. Es scheint auch langfristig keine Lösung in Sicht, selbst der Markt für gebrauchte Hardware ist davon betroffen.

Auch Distributoren wie die Quad GmbH raten beim Kauf zu Standardhardware: „Hochkonfigurierte Systeme (z. B. mit viel RAM und großen SSDs) werden stärker von den Preissteigerungen betroffen sein“. Kunden sollten bei Bestellungen vorsichtig sein, großzügige Puffer bei der Kalkulation einplanen und ihren Bedarf frühzeitig melden. Einen guten Überblick über die Lage liefert Computerbase.

Windows 11 zwingt zu neuer Hardware

Erschwerend kommt hinzu, dass Microsoft erst mit Windows 11 und dem Supportende von Windows 10 eine wahre Flut an neuer Hardware in Unternehmen erzwingt. Dessen Hardwareanforderungen sind so stark gestiegen, dass viele PCs ihnen nicht mehr genügen und Neuanschaffungen notwendig werden, wenn man das Upgrade machen will oder muss.

Aber es gibt Alternativen. Wer diese Kosten vermeiden will, hat mittlerweile sicher schon Open-Source-Software wie Linux oder die darauf basierende Enterprise-Suite von CoreBiz im Visier. Linux, das freie Betriebssystem, hat sich längst als starke Alternative zu Windows etabliert, gerade im Serverbereich ist es als Standard etabliert und bietet eine unermessliche Vielfalt an ausgereiften, schlanken und ressourcenschonenden Anwendungen.

Linux und Open Source als ressourcenschonende Alternative

Die niedrigeren Hardwareanforderungen zeigen sich in vielen Anwenderberichten und Tests im Web: „Damit läuft das System auch noch auf Rechnern mit gerade einmal 1 GB RAM“, es gibt sogar extra für uralte Maschinen angepasste Varianten.

Wer das nicht glaubt, liest sich in einen der vielen Testberichte ein, die das gefühlte Verhalten bestätigen: Linux läuft selbst auf altersschwacher Hardware deutlich besser als alle anderen Optionen. Gleichzeitig braucht da niemand auf Sicherheit und moderne Software zu verzichten: Die Open-Source-Welt bietet auch für zehn Jahre alte oder ältere Rechner noch aktuelle Patches und Fixes. Direkt schade, dass auch der Raspberry Pi derzeit immer teurer wird.

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