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Abschied von Microsoft: ODT wird Pflicht in Behörden

Der IT-Planungsrat hat das LibreOffice-Dateiformat ODT zur Pflicht in Behörden erklärt, das von Microsoft-Tools und anderen proprietären Produkten genutzte problematische DOC(x) soll nicht mehr verwendet werden.

Im März beschloss das zentrale Lenkungsgremium von Bund und Ländern, der IT-Planungsrat, unter anderem, nur noch das von LibreOffice verwendete Dateiformat Open Document Format (ODT) für Dokumente zuzulassen. Im neuen „Deutschlandstack“ nimmt diese Entscheidung eine wichtige Rolle ein, Experten sehen es als einen großen, richtigen und überfälligen Schritt in Richtung digitale Souveränität. (WinFuture | Borncity)

Offen, frei und ISO-Standard: ODT

Im Gegensatz zum von Microsoft kontrollierten OOXML, das in verbreiteten DOCX-Dateien Anwendung findet, unterliegt ODT nicht der Kontrolle einer einzelnen Firma, sondern wird als offener Standard von zahlreichen Open-Source-Produkten verwendet und von einer Stiftung (der Open Document Foundation) gepflegt.

Das offiziell OASIS (Open Document Format for Office Applications) getaufte Format basiert auf XML, wurde anfangs von Sun entwickelt und hat sich international genormter, quelloffener Standard für Bürodokumente hat sich ODT seit 2006 als ISO-Norm 26300 etabliert.

Transparentes Dateiformat sorgt für Archivsicherheit

Eine ODT-Datei ist im Grunde ein gezipptes Archiv aus XML-Dateien und weiteren Ressourcen wie eingebetteten Bildern. Es kann wie bei Microsoft Office Dokumente, Tabellen oder Präsentationen enthalten – erkennbar an Dateiendungen, die mit „od“ oder „ot“ anfangen, beispielsweise „.odt“.

Microsofts Dateien überleben Roundtrips meist nicht

Im Gegensatz zu Microsofts Formaten hat ODT vielfach bewiesen, dass es auch höchsten Ansprüchen an Langzeitarchivierung in Behörden gerecht wird, was bei der proprietären Konkurrenz durch die Vielzahl der Office-Varianten und die Produkt- und Upgrade-Strategie des Herstellers fast unmöglich wird. Eine englischsprachige Studie im Auftrag der EU vom Autor dieser Zeilen zeigt unter anderem die Probleme bei Roundtrips zwischen Word-Versionen.

Programme: LibreOffice, Collabora, andere

Aber welche Programme unterstützen ODT wirklich zuverlässig? Die Antwort ist erfreulich: Allen voran LibreOffice und sein Web-Pendant Collabora, aber auch zahlreiche andere Programme nutzen ODT bereits als Dateiformat. OpenOffice gibt es ebenfalls noch, und sogar Microsoft musste in den vergangenen Jahren ODT-Support in seine Office-Produkte einbauen. Doch wie beim beliebten Online-Office-Tool OnlyOffice ist die Implementierung hier nicht vollständig – Lesen geht meist fehlerfrei, doch beim Schreiben in ODT schleichen sich häufig Fehler ein. Wir empfehlen daher LibreOffice auf dem Desktop und Collabora im Browser.

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