Software von der Stange wird teurer: Microsoft, VMware, und Atlassian haben im ersten Quartal massive Preissteigerungen angekündigt, sehr wahrscheinlich werden auch SAP und andere große Hersteller die Endkundenpreise erhöhen, vor allem in Cloud- und KI-Szenarien.
Microsoft Cloud wird bis zu 30 Prozent teuerer
Dass Microsoft ab Juli seine Preise deutlich erhöhen würde, hatten wir ja bereits im Dezember berichtet. Kunden müssen sich auf bis zu 30 Prozent höhere Lizenzkosten einstellen. Betroffen sind vor allem die Dienste in der Microsoft 365-Cloud.
1500 Prozent mehr? Nur bei VMware
Doch damit nicht genug, auch Kunden von VMware dürfen sich 2026 warm anziehen. Bereits im Januar wurde bekannt, dass der Virtualisierungsanbieter seine Preise stark erhöhen würde – ein Ärgernis für die ohnehin schon geplagte Kundschaft (mehr dazu in unserem Beitrag). Doch was dann kam, hatten wohl die wenigsten erwartet. In einem Update Mitte März fasst das englische Portal Turbogeek es so zusammen:
„Im Jahr 2026 ist VMware unter der Führung von Broadcom vollständig auf ein abonnementbasiertes, kernlastiges Preismodell umgestiegen. Für viele sind die Kosten um 300 % bis 1.500 % gestiegen.“ (Quelle: Turbogeek.co.uk)
Um dem entgegenzuwirken, setzen Teams neuerdings vermehrt auf „Dual-Hypervisor“-Strategien. Das bedeutet: Man behält kritische Workloads auf VMware, migriert andere jedoch zu günstigeren Alternativen, um die Kosten zu senken und die „Core Trap“ zu vermeiden.
Diese „Kernfalle“ bezieht sich darauf, dass VMware neuerdings 16 Prozessorkerne pro CPU als Minimum definiert hat, was bei manchen Kunden bereits bis zu 100 % Preissteigerung ausmachen dürfte, so Turbogeek.
Kostenfaktor neue Hardware
Doch bei dieser Berechnung scheinen die Hardwarekosten selbst noch gar nicht einbezogen. Neben den steigenden Lizenzpreisen werden – analog zu Microsofts Windows-11-Plänen – auch auf VMware-Kunden 2026 hohe Kosten für neu anzuschaffende Hardware zukommen (mehr dazu in unserem Beitrag). Ausgerechnet in einem Jahr, in dem die Globalpolitik und KI ohnehin schon an der Preisschraube drehen (vgl. unser Beitrag), ziehen auch die Lizenzstrategen am gleichen Strang, sehr zum Unmut vieler Anwender.
Atlassian Jira und Confluence werden bis zu 40% teuerer
Die Frage bleibt, ob Hersteller das endlos so machen können. Das Beispiel Atlassian zeigt die Gegenbewegung, wo mehr und mehr Kunden Nein sagen und Alternativen suchen.
Denn auch wer beim Knowledge- und Projektmanagementexperten Atlassian mit dem Data-Center-Produkt arbeiten will, muss 2026 tiefer in die Tasche greifen. Seit dem 17. Februar greifen 15 % höhere Lizenzkosten, sowohl für die beliebten Confluence – und Jiraproduktlinien. Im „Advantaged Pricing“ gilt sogar eine Steigerung bis zu 40%.
Der Hersteller beteuert, Kunden könnten dem entgehen, wenn sie in die Atlassian-Cloud kommen. Doch nicht alle Nutzer wollen oder dürfen das, müssen aus Datenschutzgründen oder anderen gesetzlichen Vorgaben on-premise bleiben. Es verwundert nicht, dass viele Atlassian-Konkurrenten aus Europa derzeit einen regelrechten Boom erleben.
Das wundert nicht, denn schützenswerte Daten in einer Cloud abzulegen, die von einem Anbieter betrieben wird, der nicht im europäischen Rechtsraum angesiedelt ist, sehen viele Unternehmen nicht mehr als gute Idee, auch Datenschützer warnen. Weil aber mehr und mehr „Openwashing“ und „Souveränitätswashing“ um sich greift, also Anbieter versuchen, Ort und Compliance der Dienste zu verschleiern, werden mehr und mehr Kunden skeptisch.
Konzerne setzen auf Cloud und KI, der Mittelstand geht zurück ins Rechenzentrum
Wer die Abhängigkeit von großen Anbietern reduzieren will, denkt längst wieder über das eigene Rechenzentrum nach. Doch viele Konzerne haben das noch nicht auf der Liste. Gerüchten zufolge soll auch bei SAP die Umstellung und Fokussierung auf Cloud und KI mit drastischen Preissteigerungen einhergehen. Ob die Wette aufgeht, diskutieren Analysten wie Robert Kramer derzeit im Web: „Die eigentliche Frage ist, ob diese Umstrukturierung es den Kunden erleichtert, ihre Einkäufe nachzuvollziehen und dauerhaft einen Mehrwert daraus zu ziehen.“ (CIO.com) Andere Medien wie die Computerwoche spekulieren seit Monaten über Preiserhöhungen bei SAP.
Die Alternative: Open Source und eigene Kontrolle
Der Ausweg aus dieser Spirale ist nicht neu – er existiert seit Jahrzehnten: Open-Source-Software unter eigener Kontrolle, betrieben im eigenen Rechenzentrum. Was lange als Nischenlösung galt, wird für viele Unternehmen – vor allem Mittelständler – gerade zur vernünftigsten Antwort auf eine Industrie, die ihre Abhängigkeiten systematisch ausbaut. IT Works und CoreBiz begleiten Unternehmen seit 1999 auf diesem Weg. Unsere Lösungen laufen auch ohne Wartungsvertrag weiter, kennen keine Preisüberraschungen und niemand kann sie von außen abschalten.
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